Behandlung nach dreifacher Beckenosteotomie



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  84. Eintrag von am 24.01.2007 - Anzahl gelesen : 126  
  Behandlung nach dreifacher Beckenosteotomie  
  0 ich soll mich diesen August einer dreifachen Beckenosteotomie unterziehen und merke so langsam, dass ich nicht weiss was nach der Op auf mich zukommt. Kann mir jemand sagen wie das genau abläuft? Ich weiss schon, dass ich wohl ca drei Wochen in der Klinik () bleibe und dann nach Hause soll und dort erstmal 2-3 Monate 'flach' liegen soll. Wie soll das alles funktionieren? Ich bin doch auf Hilfe angewiesen, so ungerne ich sie auch in Anspruch nehmen möchte. Ich fühle mich etwas allein gelassen, da ich eine eigene Wohnung habe, meine Eltern etwas weiter weg wohnen und alle in meinem Umfeld berufstätig sind. Ausserdem möchte ich keinen damit belasten, so doof sich das auch anhört. Ich überlege schon ob ich die Op absagen soll, womit mir sicherlich nicht geholfen währe. Ich habe täglich starke Schmerzen, nehme immer höher dosierte Schmerzmittel und ziehe mich so langsam von allen zurück. Es ist zum verrückt werden. Ich hoffe jemand weiss rat, da ich um die Op wohl nicht rum komme. Anika  
  3. Antwort von am 21.05.2007  
  Annika,
leider lese ich heute erst deinen Thread, hoffe aber, dass ich dir dennoch etwas helfen kann.
Ich habe die 3-fache im April hinter mich gebracht und kann dir nun 5 Wochen post op genau berichten, was auf dich zukommt. Allerdings variieren die Nachbehandlungen von Krankenhaus zu Krankenhaus etwas. Ich berichte dir von der Nachbehandlung in :
-Krankenhausaufenthalt ca. 2 Wochen. Dort wird dir genau gezeigt wie du aus deinem Pflegebett (das musst du zuhause stehen haben um aus dem Krankenhaus entlassen zu werden, da du nicht in einem normalen Bett schlafen kannst, bzw. nicht ein und aussteigen kannst, da du die ersten 6 Wochen das Hüftgelenk nicht mehr als 60° beugen darfst.dh du darfst nicht sitzen.Zahlt aber die KK) aus- und einsteigen kannst. Ausserdem wird mit dir das Benutzen der Toilette geübt da du für zuhause eine Toilettensitzerhöhung erhältst damit das Gelenk nicht über 60°gebeugt wird und du halb im Liegen die Toilette benutzen musst. Aber: Alles eine Sache der Übung! Nach Hause wirst du mit einem Liegendtransport gebracht.
- Die ersten 6 Wochen zuhause: Du darfst das Gelenk nicht mehr als 60° beugen, keine Abspreizbewegungen und Innen- bzw Aussenotation mit dem Bein durchführen. Das heisst du brauchst zum Anziehen und Füsse waschen Hilfe.Es geht aber auch alleine mit einer Greifzange die du ebenfalls verordnet bekommst. Desweiteren darfst du 3 Monate das operierte Bein überhaupt nicht belasten. Das heisst du gehst auf Unterarmgehstützen nur auf dem nichtoperierten Bein. Erste Röntgenkontrolle bei deinem Orthopäden nach 6 Wochen. Das Röntgenbild wird zum Krankenhaus geschickt und der Operateur entscheidet ob du wieder sitzen darfst, dh 90° Beugung im Gelenk. Diese ersten 6 Wochen sind eine kleine Geduldsprobe, da man doch sehr eingeschränkt ist, bzw. alles sehr aufwendig ist und lange dauert. Aber es geht alles. Ich bin auch überwiegend auf mich alleine gestellt. Ich benötige aber definitiv nur Hilfe für folgende Erledigungen: Einkaufen, Staubsaugen, Staubwischen in den unteren Regionen, da man sich ja auch nicht bücken kann (keine Beugung im Gelenk). Ansonsten krebse ich mich hier selbst durch :-))
- 12 Wochen post op. Kontrolle im Krankenhaus. Wenn alles gut zusammengewachsen ist darf man mit Teilbelastung anfangen. D.h. zunächst ca. 2 Wochen mit ca. 20-30 kg und dann wöchentlich langsam nd bis man auf kompletter Belastung ist. Weiterhin mit Krücken. Wie lange dies dauert hängt natürlich auch von deinem Körpergewicht ab. Dauert ca. 6 Wochen bei 70 kg Körpergewicht, bis du auf Vollast bist.
-Reha: erst ab Vollast macht es Sinn in eine Reha zu fahren oder eine ambulante Reha zu machen da vorher noch zu viele Einschränkungen bestehen und man viele Übungen in der Reha garnicht machen kann.Das wären dann nochmal ca. 3 Wochen.
Dann müsste alles überstanden sein und du kannst wieder alle Bewegungen ohne Verbote und Einschränkungen machen.
-Metallentfernung nach ca. 10-12 Monaten. Diese ist im Gegensatzt zur Triple OP allerdings ein'Spaziergang'. Ich hoffe ich habe dir nun nicht allzuviel Angst gemacht.Es hört sich wirklich schlimmer an als es letztendlich ist.
Diese OP ist zwar aufwendig und die Nachbehandlung nicht ganz einfah, lohnt sich aber wenn die Arthrose noch nicht so weit fortgeschritten ist, um eine TEP so weit wie möglich hinauszeben. Wenn du noch Fragen haben solltest, stehe ich dir gerne zur Verfügung. Es würde mich noch interessieren in welcher Klinik die OP durchgeführt wird.
Melde dich mal bei mir.
Alles Liebe D.
 
  2. Antwort von am 03.05.2007  
  Anika! Bei mir ist die Op jetzt ein jahr her. Ich war zwei Wochen im Krankenhaus und dann drei Wochen in der Reha. Im Krankenhaus stellen sie dich einen Tag nach der Op wieder das erste mal hin. Sehr interessant, wenn man dabei nicht die Hüfte nicht beugen darf und wie ein Brett aus dem Bett kommt. Jeden Tag hat man einen kleinen Erfolg mehr und selten einen Rückschlag. Zum Anfang brauchst du viel Hilfe, da du nicht viel machen kannst. Ich bin wieder zu meinen Eltern gegangen. Zwar arbeiten beide voll, aber ich habe dann morgens und abends was zu essen bekommen und Mama konnte mir beim Waschen helfen, da ich immer Angst hatte auszurutschen. In der ersten Zeit kam noch eine Krankengymnastin zu mir nach hause. Wichtig ist es Hobbies zu haben, damit einem nicht langweilig ist und man nicht doof im Kopf wird. Such dir was was du schon immer mal lernen wolltest. Oft denkt man das man die Leute in seinem umfeld nervt, aber das ist nicht so. Die meisten freuen sich wenn sie dir helfen dürfen/können. C.  
  1. Antwort von am 28.01.2007  
  Anika,
bis zum August hast Du ja noch ein bisschen Schonfrist und kannst Dich vorab hier über die geplante OP informieren. Dass Du Angst hast ist ja ganz natürlich, das geht uns allen so vor den Eingriffen. Und die OP aus dem Grunde abzusagen, das würde nur ein Hinausschieben bedeuten - leider kann man dem ja nicht davonlaufen. Eine Lösung auf Dauer sind die Schmerzmittel auch nicht! Eigentlich hätten sich schon Mitglieder bei Dir melden müssen, die eine dreifache Beckenosteotomie hinter sich gebracht haben, denn es gibt einige davon hier im Forum.Du kannst aber selbst auch ein bisschen recherchieren indem Du den rotgemarkerten Begriff der Beckenosteotomie anklickst. Du kommst dann in die Wissensdatenbank und kannst 1) auf Mitgliedersuche gehen oder 2) in den Erfahrungsaustausch -Detailsuche und dann die Umstellungsoperationen anklicken.
Ich wünsche Dir viel Erfolg bei der Suche!
-B.
 




ForumNr : 501-3800-Hüftgelenksdysplasie - Erfahrungsaustausch : Hüftgelenksdysplasie - 136
SID : deutsches-arthrose-forum -



Stand : 26.05.2007 12:49:32
MaschinenArthrose : X84Y20070526124932Z84 - V136


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