Wirbelsäulenarthrose und Psyche



- Erfahrungsberichte und Dokumentation - Deutsches Arthrose Forum -



  140. Eintrag von am 27.05.2006 - Anzahl gelesen : 397  
  Wirbelsäulenarthrose und Psyche  
  0 ich habe vor über 2 Jahren die Diagnose erhalten 'Wirbelsäulenarthrose', hinzu kommt Wirbelgleiten. Die Arthrose ist sehr weit fortgeschritten, ich war in der Schmerzklinik und bekomme jetzt Morphin. Da das Morphin aber nicht die Wirkung bringt, die es müsste - meine Schmerzen sind immer da - würde wohl ein psychisches Problem vorliegen. In der Tat, ich habe Angst um meinen Arbeitsplatz und auch Existensangst. Bei vorzeitiger Berentung hätte ich, trotzdem ich immer Vollzeit gearbeitet habe, eine sehr geringe Rente (ich lebe allein). Klar sind das Probleme, aber kann man sagen, deshalb helfen keine Schmerzmittel? Hat jemand ähnliche Erfahrung gemacht? Ich bin für jeden Rat dankbar.  
  9. Antwort von am 07.12.2006  
  , Dein Problem kenne ich nur zu gut. In unserer Arbeitswelt, sind kranke Menschen nicht willkommen. Die Rückenbeschwerden sind eine Zivilisationkrankheit. Unsere Gesellschaft leidet darunter. Dass durch die Schmerzen erhebliche psychische Probleme dazu kommen ist klar. Bei deinem Problem sollte differenziert werden, welche Erkrankung du hast. Wirbelsäulenerkrankung ist ein Sammelbegriff.
Ich selbst wurde bereits mit 41 Jahren pensioniert, und leide noch heute unter LWS L4+5 +S1 Zwei Wirbelkörper wurden versteift. Dadurch hat sich meine Lebensqualität verschlechtert. Leider, ich lebe damit. Wünsche dir viel Kraft und Ausdauer, diese wirst du brauchen, bei den Sozialgerichten bzw. bei den Vertrauensärzten. J.,2006
 
  8. Antwort von am 23.09.2006  
  ,
Schmerzen und Psyche hängen eindeutig zusammen. Das haben ja schon alle die Dir geantwortet haben bestätigt. Auch dass es fast allen so geht. Je schwieriger die private Situation ist, um so problematischer werden Krankheiten und deren Wahrnehmung. Du hast das im Mai geschrieben, so hoffe ich, dass es Dir inzwischen etwas besser geht.
Ich habe keine Wirbesäulenarthrose. Jedoch einen Gleitwirbel in LWS-Bereich der mir Kummer macht. Eine zeitlang war es extrem schlimm. Ich bekam ausser Schmerzmittel Massagen, Streckungen und so was. Nichts half. Dann hat mein damaliger Masseur von sich aus etwas anderes versucht. Akkupunkturmassage mit Goldstäben. Es hat tatsächlich geholfen. Wird natürlich nicht von der Kasse gezahlt. Ich hatte einige Jahre keine Probleme mehr. Ist sicher kein Mittel gegen Arthrose. Ich kann auch nicht sagen warum und auf welche Weise das wirkt. Aber vielleicht ist es auch für Dich einen Versuch wert. Zumindest um Deine Schmerzen zu lindern.

Alles Gute wünscht Dir
 
  7. Antwort von am 21.09.2006  
  alle zusammen, ich habe mit grossem Interesse Eure Berichte gelesen, auch ich bin von Schmerzen in der LWS befallen. Mein Orthopäde meint, dass ich von einer OP an den Bandscheiben nicht vorbei komme, weil keine Masse mehr zwischen den beiden Bandscheiben ist. Er sagt die beiden Bandscheiben müssten dabei verschraubt werden so das sie nicht mehr gleiten können und ich dann keine Schmerzen mehr hätte. Ausserdem bin ich an Brustkrebs erkrankt und muss auch noch dagegen Tabletten einnehmen, die auch noch zusätzlich starke Gelenkschmerzen verursachen. Hat Jemand ähnliche Erfahrung gemacht? Und wie ist der weitere Verlauf nach so einer OP? Vielen Dank im voraus für eine Antwort ! Und von H.  
  6. Antwort von am 29.05.2006  
  , auch ich leide unter Arthrose an der LWS.(endgradige Spondylarthrose L4/5,S1)
Der Druck, wenn man noch berufstätig ist , ist natürlich enorm. Ich bin mit 60 Rentnerin geworden und habe vieles umgestellt in meinem Leben. Früher hatte ich keine Zeit für Sport usw.
Versuch doch mal Funktionstraining für 1 Jahr zu bekommen für Wassergymnastik und Wirbelsäulengymnastik. Wird meistens von der Krankenkasse genehmigt. Dann stell ev. Deine Ernährung um, Säure/Basenhaushalt überprüfen.
Jetzt mache ich zwei mal in der Woche Muskelaufbautraining in dem Fitness Center, wo ich WS Gymnastik mache und einmal gehe ich im Verein zur Gymnastik, aklso Mo - Do bin ich sportlich tätig. Es bekommt mir gut und bis Okt. habe ich es verordnet bekommen.
Ich habe gerade gesehen, dass wir an einem Tag Geburtstag haben, bloss ich bin 8 Jahre älter!
Falls Du noch was wissen möchtest, kannst Du Dich ja melden.

Ich wünsche Dir noch einen schönen Tag!

von
 
  5. Antwort von am 28.05.2006  
  , auch ich bin seit über 3 Jahren in psychologischer Behandlung. Da ich Schwierigkeiten bei der Einnahme von Tabletten habe, habe ich viele Techniken des autogenen Trainings gelernt. Unter anderem über das 'Innere Kind', ich nehme mein eigenes Kind -mich selbst - in Schutz. Ausserdem eine Chakraübung. Damit komme ich sehr gut klar. Ich kann damit meine Schmerzen ausschalten bzw. unterdrücken. Allerdings muss ich meine Übungen täglich machen. Kraftchakra mache ich morgens vor dem aufstehen. Diese Übungen lernte mir meine Psychotherapeutin. Ausserdem gehe ich jetzt in eine Behindertengruppe zur Wassergymnastik und Schwimmen. Hier werden meine Beschwerden verstanden, da alle Teilnehmer ihre Schmerzen haben und wissen, wie man am besten damit umgeht. Durch Deine negativen Gedanken, spannt sich Deine Muskulatur stärker an und damit kommen die Schmerzen. Aus meiner Erfahrung würde ich Dir dringend raten, eine Psychotherapeutin aufzusuchen. Folgende Übung lernte ich: beim spazierengehen auf die Vögel hören, die Blumen anschauen usw. und nicht nur auf den Weg schauen!

Ich wünsche Dir alles Gute
es grüsst Dich F.
 
  4. Antwort von am 28.05.2006  
  Hollo , Ich kann der Antwort von B. nur zustimmen.Es sind sicher nur ganz wenige die bei ständigen Schmerzen keine Probleme mit der Psyche bekommen.Ich habe es für mich akzeptiert und nehme ein sehr niedrig dosiertes Antidepressiva. Habe mich auch lange dagegen gewehrt, aber ich falle seit ich es nehme nicht mehr ganz so tief. Jetzt zum Sommer-so er denn kommt-werde ich es wieder absetzen,weil ich erfahrungsgemäss im Sommer weniger Probleme mit meinen Gelenken habe.
Auch ich habe eine Wirbelsäulenarthrose und u.a. auch ein Wirbelgleiten(Meyerding II)und habe vor meiner Berentung sehr viel Schmerzmittel gebraucht.Hätte gerne noch ein paar Jahre geabeitet, da auch ich in einer ähnlichen Situation bin wie Du. Jetzt wo der Druck weg ist, fit sein zu müssen um arbeiten zu können, nehme ich nur wenn es gar nicht anders geht Schmerzmittel.
E.
 
  3. Antwort von am 28.05.2006  
  A.!
Vielen Dank für deine Rückmeldung!Ja, wenn man allein ist, ist es auch besonders schwer,seine Schmerzen zu vergessen.Du könntest aber versuchen auf Grund Deiner Krankheit Gruppen zu suchen, die ähnliche Beschwerden haben und somit das gleiche Schicksal teilen, denn 'Gesunde' haben oft nicht das Verständnis.Es ist bestimmt schon mal ein guter Weg, dass Du unser Forum gefunden hast. Hier wirst Du auch Verständnis und Mitgefühl treffen.
Einen schönen Abend wünscht Dir B.
 
  2. Antwort von am 28.05.2006  
  B., vielen Dank für Deine aufmunternden Zeilen. Habe diese Psychopharmaka auch schon erhalten. Nur ich sperre mich einfach gegen diese Medikamente, ich werde richtig krank davon und nehme sie dann nicht mehr. Freunde..., ich habe habe immer sehr zurückgezogen gelebt und nun ist man einfach allein. Daran könnte es wohl auch liegen. Werde mir aber Deinen Rat zu Herzen nehmen und morgen noch mal mit meinem Arzt reden und dann doch die Medikamente nehmen.
Danke, auch Dir einen schönen Sonntag

 
  1. Antwort von am 28.05.2006  
  !
Das ist doch ganz verständlich, dass man ,wenn man immer Schmerzen hat,auch Probleme mit der Psyche bekommt.Dazu kommt die Sorge um den Arbeitsplatz,die Existenzangst und auch die Sorge, wie mag es erst später aussehen, wenn man älter ist.Das ist sehr gut nachzuvollziehen.Heutzutage werden neben der Schmerzmedikamente auch Psychopharmaka zur Schmerztherapie eingesetzt und das ist auch sinnvoll, weil nicht nur Du selbst entspannst, sondern auch die ganze durch die Schmerzen verursachte Muskulatur entspannt.Ich habe wegen einer schweren Halswirbelsäulenarthrose auch mal eine Zeitlang diese Medikamente bekommen und war sehr überrascht, wieviel es doch gebracht hat.Es war auch kein Problem später wieder ohne auszukommen. Ich persönlich halte es auch für ganz wichtig ,sofern Dir das möglich ist,viele schöne Dinge zu unternehmen und Dich mit netten Menschen zu umgeben, denn Freude kann auch ein bisschen den Schmerz betäuben.Vielleicht kannst Du auch eine Rückenschule besuchen oder Aquafitness in der Gruppe mitmachen.Das bringt eine Menge Spass und belastet die Gelenke nicht so und Du bist ein bisschen abgelenkt.
Ich hoffe, dass ich Dir ein bisschen helfen konnte und wünsche dir einen schönen ,möglichst schmerzarmen Sonntag.
von B.
 




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Stand : 08.12.2006 17:33:05
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