Hüftathrose - meine Ratlosigkeit



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  1586. Eintrag von am 05.03.2016 - Anzahl gelesen : 217  
  Hüftathrose - meine Ratlosigkeit  
  0 ich lebe in Schweden, bin 51 und bin neu hier, aber nicht neu 'im Thema' :-(. Ich glaube, jetzt brauche ich wirklich mal Feedback von Betroffenen.....Habe Beschwerden seit 10 Jahren - vor 3 Jahren wurde in einer Reha mein Becken korrigiert, womöglich war ich 7 Jahre mit einer Schiefstellung rumgelaufen. Danach war es kurz besser, aber dann kamen die Schmerzen zurück. Ein Röntgen zeigte eine Athrose links, der Arzt meinte, mit diesem Bild gibts 'Leute, die noch Berge besteigen und welche, die mit Schmerzen auf dem Sofa liegen'. Also völlig inviduell.
In der 'Athroseschule' hiess es, dass man mit Training von Muskeln und Beweglichkeit das Gelenk soweit entlasten könne, dass man die Beschwerden in den Griff bekommt.
Und seitdem doktere ich herum, und fühle mich mehr und mehr frustriert, da ich sowohl meine Schmerzen als auch eigener Behandlungsversuche als total wechselhaft empfinde - ich bin ratlos. Ist es wirklich die Hüfte, oder sind es die völlig steifen Muskeln? Oder vom Gehirn 'vergessene' Muskeln? . Meine Schmerzen sind in der Leiste, aber häufig verkrampft der obere Oberschenkelmuskel schmerzhaft bis ins Knie. Das kann Minuten andauern, aber auch ganze Tage. Knieschmerzen manchmal, auch äussere Wadenmuskulatur bis zum Fuss. Der Schmerz kommt häufig in Wellen. Stehen ist Gift. Manchmal gelingt es mir, durch kurze Ruhe den Schmerz zu unterbrechen und wenn ich dann wieder gehe, kann ich plötzlich fast schmerzfrei laufen. Aber ich weiss nicht warum, und genauso schnell kann der Schmerz unvermittelt wieder kommen.
Yoga ist fast unmöglich für mich wg genereller Steifheit und Jogasitz geht schon gar nicht. Stretchen macht mir häufig mehr Schmerz als vorher, zumal ich kaum schmerzfrei dehnen kann. Spaziergänge mit dem Hund werden zur schmerzhaften Hinke-Tour. In den meisten Nächten wache ich durch Nachtschmerz auf.

Aber im Urlaub gelang es mir, nach einem 1 stündigen Spaziergang auf weichem Boden fast ohne Hinken und Schmerzen noch 2 fast schmerzfreie Tage zu erleben - das war wie eine Wiedergeburt. Doch schon nach einem Arbeitstag (Pflegeberuf) waren die alten Schmerzen zurück :-(.

Kann es sein, dass es doch noch Hoffnung gibt, dass meine Probleme ohne OP behandelbar sind - oder ist es normal, dass es Lichtblicke geben kann, im dunklen Schmerzalltag bei Athrose? Sind es vielleicht eher meine Muskeln um die Hüfte, die mein Problem sind??
Vielen Dank für Euer Feedback!!
 
  6. Antwort von am 03.04.2016  
  Ich habe mich lange nicht gemeldet, aber jetzt auch etwas mehr zu berichten. Ein Magnetröntgen hat etwas mehr Aufschluss gegeben. Ich habe Ödeme in der linken Hüfte und Schwellungen an verschiedenen Stellen. Die Arthrose scheint weniger dramatisch fortgeschritten. Vom Arzt habe ich nur ein lapidares Schreiben bekommen, aber mein Krankengymnast hat mir mehr Auskünfte geben können:

Die Ödeme sind vermutlich durch eine beginnende Arthrose/Fehlbelastung entstanden und gehen von selbst zurück, aber das kann Monate dauern. Er meint, ich solle die Hüftmuskulatur stärken, aber nicht unbedingt Dehnübungen machen, da diese wenig Erfolg versprechen und eher den Schmerz verstärken. Es gäbe nichts, was ich direkt tun kann, um den Prozess zu beschleunigen.
Eine für mich neue Erkenntnis war, dass die Schmerzvermittlung von Hüfte zu Gehirn generell ungenau ist. Da der betreffende Nerv Schmerzen für das gesamte Gebiet Hüfte-Oberschenkel überträgt, tut mir vielleicht der Oberschenkel weh, aber der Auslöser sind die Ödeme in der Hüfte.

Was den Schmerz betrifft, so nehme ich jeden Morgen 800mg Retard. Damit komme ich gut klar und kann sogar nachts schlafen. Grundsätzlich geht es mir also momentan besser, aber das kann natürlich nur eine gute Phase sein. Gerne würde ich das reduzieren, aber traue mich momentan nicht. Ich bin heilfroh, relativ schmerzfrei laufen zu können.

Ist das mit den Ödemen/Schwellungen immer bei Arthrose? Kann man wirklich nichts dagegen machen?

Vielen Dank für Eure Gedanken dazu!
 
  5. Antwort von am 12.03.2016  
  A.,
ich möchte die Op so lange wie möglich hinausschieben, weil ich erst 53 bin und nach verschiedenen Informationen, inbesondere von meinem Physiotherapeuten, mit durchschnittlich ca. 15 Jahren Haltbarkeit einer TEP rechne. Ich habe hier im Forum auch schon mal deswegen rumgefragt, einig haben die TEP deutlich länger und auch gesagt, ab einem bestimmten Punkt war es ihnen egal, wie lange die Haltbarkeit ist. Also ich rechne mit 15 Jahren, dann wäre ich bei einem Wechsel 68, und das würde dann noch mal 15 Jahre halten...ist nur so eine Wahrscheinlichkeitsrechnung ,wie gesagt. So lange ich noch am Rechnen bin, ist es wohl noch nicht ganz so schlimm. Der Orthopäde hat übrigens gestern meine Wirbelsäule geröntgt, Hüfte war erst vor einem Jahr dran, und sah da einiges, was ihn einen Zusammenhang mit den ausstrahlenden Oberschenkelschmerzen herstellen liess, die Du ja auch hast. Aber das ist sicher auch sehr individuell verschieden. Er sieht mich jedenfalls noch nicht so bald bei der OP, wie ich vor einem Monat noch dachte. So viel zu Wechselbad.
Die Übungen zur Mobilisation gehen im wesentlichen dahin, das Bein möglichst weit in jeder Richtung zu bewegen, vor allem nach hinten, um den Schrittradius beim Gehen zu vergrössern. Also z.B. auf dem Bauch liegend das betroffene Bein möglichst hoch anheben. Ausserdem behandelt er die schmerzenden Punkte am Ober- und Unterschenkel mit manueller Therapie und beugt und streckt das Bein, mit einer Dehnung verbunden. Besser kann ich es nicht beschreiben, ich glaube, dazu braucht man professionelle Anleitung. Hast du die Möglichkeit dazu in Schweden?
Wenn ich einen Beruf hätte, bei dem ich viel gehen müsste, wäre ich vermutlich schon viel näher an der OP. So lange ich aber noch eine Besserung oder einen Stillstand sehe, ist es für mich noch nicht so weit. Aber ich würde auch gerne irgendwann mal wieder spontan und unbeschwert durch die Natur wandern...Deswegen: letztendlich entscheidest du und das worin du deine Lebensqualität siehst.

B.
 
  4. Antwort von am 11.03.2016  
  ich hatte schonmal eine Antwort geschrieben, aber war nicht eingeloggt - alles verloren :-(
Erstmal, peinlich, ich hatte ja Arthrose falsch geschrieben, habe ich gemerkt. Also nun richtig, mit r.

Liebe B., ich wüsste gerne, welche Art von Übungen Du in der Hüftmobilisation machst. Und warum willst auch Du eine OP herausschieben?

Hans-Helmut, ich merke immer wieder, dass Schmerzen, mit denen ich am Morgen aufstehe, während der Arbeit verschwinden - sofern ich nicht lange stehen muss sondern laufen kann. Jedoch gestern merkte ich, dass ich enorme Schmerzen habe, wenn ich sehr langsam laufe (habe eine ältere Frau beim Gehen begleitet). Ich vermute, dass also je nach Position des Hüftgelenks die abgenutzte oder irritierte Stelle besonders gereizt wird.

Liebe D., das Wechselbad ist also völlig normal bei Arthrose??? Ich habe immer wieder Tage, wo ich plötzlich fast schmerzfrei und hinkfrei gehen kann. Ganz plötzlich kann das Wechseln. Wenn ich kurz stehe oder sitze, kann plötzlich ein Schmerz kommen. Genauso umgekehrt, ich laufe mit Schmerzen, sitze oder stehe kurz, und kann danach plötzlich besser laufen. Ist das normal, und warum ist das so?
Kennst Du die krampfartigen Oberschenkelschmerzen, die bis zum Knie strahlen, und wellenartig auftreten auch? Ich verstehe auch nicht, warum ein plötzlicher Schmerz im Bein nicht gleich besser wird, wenn ich die Belastung auf das andere Bein verlagere - manchmal macht es das fast noch schlimmer!

Ich habe am Freitag ein Magnetröntgen der Hüfte.

Stimmt es, dass man mit einer Hüftprothese nicht mehr rennen darf - das sagte mir mein Orthopäde. Die Vorstellung, nicht mehr vor etwas wegrennen zu können macht mir Angst.

Danke für Eure Beiträge, es tut mir gut, mich endlich mal mit Betroffenen auszutauschen.




 
  3. Antwort von am 08.03.2016  
  Uli,
ich kenne dieses Wechselbad nur zu gut. Bei allem was man probiert, führt eine wenn auch nur geringe Besserung bereits zu Freudensprüngen. Meistens sind die Besserungen aber nur von kurzer Dauer und man erreicht irgendwann einen Punkt an dem man überhaupt nicht mehr weiss was hilft und was nicht. Dein Beruf ist natürlich Gift für die Erkrankung. Ich habe 2006 meine beiden Teps bekommen, nachdem ich als Mädel bereits mehrfach an den Hüften operiert wurde. Mit wurde auch immer gesagt hinaus schieben so lange es geht. Heute bin ich der Meinung, dass man sehr viel Lebenszeit verschenkt. Es ist auch so, dass die Schmerzen und das schlechte Gangbild die Gesamtstatik sehr stark verändern und dann oft andere Beschwerden hinzu kommen, wie z.B. Nacken, Knie usw. Ich würde an deiner Stelle eine Beratung betreffend Prothese machen, was du dann letztlich tust ist ja deine Sache. Was deinen Ansatz angeht die Schmerzen evtl. doch ohne Op in den Griff zu bekommen sehe ich skeptisch, aus eigener Erfahrung. Berichte doch, wie es bei dir weiter geht.
LG
D.
 
  2. Antwort von am 05.03.2016  
  Ich sehe keine grosse Hoffnung auf Besserung, falls weiterhin auf den Beinen fast den ganzen Arbeitstag gestanden wird. Probiere, ob du hier eine Entlastung erreichen kannst.

Kein Zweifel, Beweglichkeit und Kraft sind gut für Gelenke - aber bis das erreicht wird, muss das Gelenk belastet werden, und das ist bei Arthrose fast definitionsgemäss meist nicht mehr ohne weitere Schädigung möglich. Deshalb zuerst das Gelenk beruhigen lassen.

Probiere aus, was Fahrradfahren bringt. Dabei wird die Hüfte stark entlastet, es kann aber auch sein, dass vom Bewegungsumfanh her es nicht mehr gut möglich ist, wodurch Schmerzen entstehen.

Die muskuläen Probleme kann ich nicht nachvollziehen. Möglicherweise sind sie Folge der aktuellen fortschreitenden Abnutzung, wodurch die Geometrie der Gelenke verändert wird mit den typischen Folgebeschwerden.
 
  1. Antwort von am 05.03.2016  
  A.,
Ganze Abschnitte deiner Überlegungen könnten von mir sein: ich bin 53, und habe seit einem Jahr die Diagnose Hüftarthrose 3.Grades, und dass eine OP 'mittelfristig' unumgänglich sein wird. Der Massstab dafür ist lt. Orthopäde mein persönlicher Leidensdruck. Seither habe ich auch viel unternommen: Physiotherapie, Osteopathie, (beides erst malnur kurz), mehr Schwimmen, Aquafitness, Radfahren, seit ein paar Monaten zwei Mal die Woche Rehasport und seit kurzem Fitnessstudio. Mein Gedanke ist wie bei Dir, die Muskulatur zu kräftigen und die Hüfte beweglich zu halten. Die Muskelschmerzen im Oberschenkel kenne ich gut, jetzt kamen auch Knie- und Wadenschmerzen hinzu, Spaziergänge sind nur noch mit vorher eingenommenem möglich. Ich war innerlich schon kurz vor dem Entschluss zur OP diesen Sommer. Ich werde mich kommende Woche das zweite Mal röntgen lassen, um zu sehen, ob sich auch sichtbar etwas verschlechtert hat. Aber parallel habe ich jetzt wieder mit Physiotherapie angefangen, und der Therapeut setzt stark auf Hüftmobilisation. Und im Moment wird mein Zustand wieder deutlich besser. Die OP rückt wieder weit weg - so wird es wahrscheinlich immer wieder mal sein, dieses Wechselbad. Gut hilft mir neben der Physiotherapie tatsächlich regelmässige Bewegung im Wasser und Radfahren und die Schmerzmittel in Massen (ca. 1-2 mal/Woche). Wanderurlaub ist nicht drin. Yoga habe ich schon länger aufgegeben. Ich will mich so lange wie möglich nicht operieren lassen, auch wenn ich hier schon ermutigende Rückmeldungen erhalten habe. Also, ich denke, du bist auf dem richtigen Weg, zu versuchen, deine Beweglichkeit und Kraft zu verbessern, aber physiotherapeutische Unterstützung hilft dabei, auch um gezielter ansetzen zu können. Und ab und zu eine Kontrolle beim Arzt. So , ich hoffe, ich konnte Dir ein bisschen damit helfen, wir können uns gerne auch weiter hier in der Infobox austauschen. Alles Gute und eine schmerzarme Zeit,
B.
 




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Stand : 03.04.2016 19:49:00
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