Erfahrungen ACT mit Sphäroiden (Knorpelkügelchen)



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  50. Eintrag von am 29.07.2014 - Anzahl gelesen : 185  
  Erfahrungen ACT mit Sphäroiden (Knorpelkügelchen)  
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ich wollte hier mal meine Erfahrungen mit der ACT kun. Evtl. ist es noch etwas bald, da sie erst knapp 8 Monate her ist, aber ich kann mein bisheriges Fazit kun.
Hintergrund war, dass ich am linken Knie einen Knorpelschaden (Grad IV) mit einer Grösse von 3x3 cm^3 hatte (ich bin 42 Jahre). Kam vermutlich vom Basketball.
Ich hatte damit beschwerden beim Treppensteigen, wandern und sporteln. Nur Radfahren ging problemlos.

Anfang Dezember 2013 wurde eine erste OP (arthroskopisch) gemacht, bei der der Knorpel zum Züchen entnommen wurde. Da es eine ACT war, musste ich 2 Tage im Krankenhaus bleiben, aber die OP war problemlos. Ich bin am Freitag operiert worden und konnte am Montag wieder in die Arbeit gehen (mit einer Krücke). (Cool war, dass ich bei der OP zusehen durfte (Bildschirm) und der Arzt mir alles erklärte. Leider klappte bei der 2. OP die Rückenmarksnarkose nicht mehr).

Am 3.Januar 14 wurde dann die Transplantation (auch arthroskopisch) gemacht. Die OP war wieder problemlos. Weniger lustig ist dann, dass man dann 48h das Bett nicht verlassen darf. Dadurch dass beide OPs arthroskopisch waren hatte ich mit der Wunde keine Probleme. Mann kann dann (zumindest im Gleitlager) keinen Schlauch einführen, dass die Flüssigkeit rausgesaugt wird, denn dann würde auch der Knorpel mitgehen.
Anschliessend war ich dann 6 Wochen daheim. Alle 2 Wochen wurde dann der Winkel der Bewegungsschiene und meiner Schiene angepasst (30, 60, 90). Ansonsten musste ich täglich auf die Bewegungsschiene, aber nicht wie man oft liest 6h am Tag, sondern 3x täglich für 30-45 Minuten. Mehr bringt auch nicht mehr, meinte mein Orthopäde.
Da der Defekt nicht in der Hauptbelastungszone war, durfte ich nach 4 Woche wieder anfangen zu belasten und nach den 6 Wochen durfte ich voll belasten.
Diese 6 Wochen fand ich härter als vermutet. Der Kreislauf geht runter, man ist unglaublich unselbständig,...
Was mich am meisten überraschte, war wie schnell sich die Muskel zurück bilden. Der linke Oberschenkel hat bis zum Beginn der Reha 5cm am Umfang verloren.
Dann waren 3 Wochen Reha angesagt. Das war dann ganz gut, da man wieder beschäftigt war. In dieser Zeit hatte ich auch noch Zweifel, ob das wirklich was bringt. Ich hatte immer noch ein leichtes knacken im Knie und es dauerte, bis ich problem los mehr machen konnte (im Krafttraining), zudem hatte ich noch Probleme beim Treppensteigen.
Nach der Reha habe ich noch 3 Woche Wiedereingliederung gemacht, da Sitzen auf den neuen Knorpel drückt und daher 8h am Schreibtisch sitzen auch nicht so toll war.
Anschliessend hatte ich noch am IRENA-Programm (Intensive Reha Nachsorge) teilgenommen, bei dem man zus. 24mal ins Rehazentrum (2x die Woche) durfte. Zudem habe ich das Radfahren intensiviert. Fast täglich bin ich zumindest eine kleine Runde (12km) gefahren und bisher fast 30mal in die Arbeit (25km einfach). Trotz des vielen Trainings ist der linke Oberschenkelmuskel immer noch kleiner als der rechte. Das wird noch dauern.
Vor 2 Wochen hatte ich dann zur Kontrolle eine Kernspin. Dabei ist herausgekommen, dass ganzflächig neuer Knorpel da ist. Die Dicke ist ca. 50% des normalen Knorpels, aber das kann noch werden.
Ich habe immer noch bis Jahresende vorsichtiger sein (kein skifahren, Fussball, Basketball oder auch Wandern (bergab)).

Fazit:
- Es ist neuer Knorpel da.
- Die Schmerzen sind weniger
- Die OP's waren unproblematisch
- Man muss diszipliniert sein und dann auch viel für das Knie machen. Nur bei Bewegung wird der Knorpel auch mit Nährstoffen versorgt.
- Es ist langwierig
--> aber ich würde es jederzeit wieder tun.


 
  5. Antwort von am 19.05.2017  
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danke für deinen interessanten Erfahrungsbericht. Bei mir wurde vor Kurzem auch ein traumatischer Knorpelschaden im Knie (Grad 4) diagnostiziert, und ich denke über eine ACT mit Sphäroiden nach.

Deine kurzfristigen Erfahrungen scheinen ja recht positiv gewesen zu sein. Mich würde interessieren, wie du jetzt, nach einigen Jahren, zurecht kommst? Kannst du wieder Stop-and-Go Sportarten wie Basketball machen?

Vielen Dank und
Maximilian
 
  4. Antwort von am 09.11.2014  
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vielen Dank für deine Infos. Gute Idee mit der Übung sitzend auf dem Tisch.
Habe jetzt nach 8 Wochen einen Termin in . Ich hoffe, dass er mir sagt, dass ich jetzt endlich belasten darf. Ich hätte natürlich auch gern ein MRT, aber das ist wahrscheinlich zu früh, oder? Könnte man nicht auch Ultraschall machen um ein bisschen was zu sehen? Eine Reha wäre sicherlich auch interessant, kann st du mir sagen, wie und wo ich die beantragen kann? Bin ja leider nicht privat versichert, sondern normal bei der DAK. Wie geht es deinem Knie zur Zeit? Würde mich mal interessieren und welchen Sport übst du wieder aus?
, C.
 
  3. Antwort von am 03.11.2014  
  C.,

ich konnte schon innerhalb der 6 Wochen mit einer Teilbelastung anfangen, da mein Knorpelschaden im Gleitlager und damit nicht in der Hauptbelastungszone befand. Bei Dir dürfte er in der Hauptbelastungszone sein und daher sollte man auch wirklich die ersten 6 Wochen nicht belasten.
Dass man sich etwas allein gelassen fühlt kann ich gut verstehen, da sich manche Informationen auch Widersprechen und man dann etwas ratlos ist.
Mir es es wie Dir ergangen, dass mir nach 3 Wochen die Bewegungsschiene wieder weggenommen wurde. Besser ist es sicher, wenn man sie während der ersten 6 Wochen hat. Mir hat der Orthopäde dann gezeigt, wie ich es auch ohne Bewegungsschiene machen kann und zwar in dem man sich etwas erhöht hinsitzt (z.B. auf einem Tisch) und dann das Bein/Knie ohne Last bewegt (z.B. durch Unterstützung des anderen Beines) Damit hatte ich nach diesen 6 Wochen mit der Beweglichkeit keine Probleme.
Eine Knorpeltransplantation ist sicher eine langwierige Geschichte, wo man selber auch einiges investieren muss. Das wichtigste ist sicher, dass man das Knie ohne grosse Belastung viel bewegt, denn nur so wird der Knorpel mit Nährstoffen versorgt. Ich habe die Rehe gemacht und ganz froh darüber, da man so zum einen die Zeit bekommt etwas zu tun, aber auch etwas Anleitung, was man gerade tun kann. Wichtig ist zu Wissen, dass es mit der Rehe oder später auch IRENA nicht getan ist. So habe ich mich jetzt seit September (bis Ende Juli ging die Irena und dann war Urlaub angesagt) in einem Fitness Center angemeldet und gehe 3mal die Woche hin.
Reha würde ich auf jeden Fall wieder machen. Irena eher nicht.
An Deiner Stelle würde ich nicht radfahren, solange nicht eine Teilbelastung erlaubt ist. Daher am Besten Reha machen, da bekommt man die Freigaben.
Dann noch kurz zur Orthese. Ich musste sie nur die ersten 6 Wochen tragen, dann durfte ich wieder voll belasten und mein Bein auch wieder abbiegen. Das sollte der Orthopäde vorgeben.

Dir weiterhin alles Gute
 
  2. Antwort von am 30.10.2014  
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seht interessant dein Bericht.
Ich hatte vor 6 Wochen C.ntransplantation in . Bin 47 Jahre und habe einen relativ grossen Defekt am Knie lateral Oberschenkel- sowie Schienbein. Arzt sagte, dass meine Indikation sehr schlecht für diese OP ist, wollte mir direkt Schlittenprothese andrehen.
Habe mich dann doch für Transplantation entschieden, da das meine letzte Chance ist. Leider wird man mit der Nachbehandlung sehr allein gelassen, so dass ich mir alles aus dem Internet erlese. Mein Orthopäde hat gesagt, ich bräuchte nach den Fäden ziehen keinen Termin mehr bei ihm, der Operateur in erreiche ich leider auch nicht...
Bekomme telefonisch meine Rezepte vom Orthopäden. Habe jetzt 6x Krankengymnastik gemacht, meinen Thrombosestrumpf sowie Orthese trage ich Tag und Nacht. Kann ich auf Orthese nach 6 Wochen verzichten?
Keine Belastung bis jetzt. Geh auf 2 Gehstützen und würde nun gerne nit etwas Belastung anfangen. Habe gelesen nach 6 Wochen 20% alle 2 Wochen. Kannst du mir das auch so raten?Elektroschiene zu Hause habe ich noch 3 Tage, muss die dann abgeben, was hälst du davon. Oder soll ich um Verlängerungsrezept kämpfen. Bin leider ganz normal versichert und nicht privat. Könnte mir jetzt auch Heimt / Fahrrad für zu Hause besorgen. Erstmal ohne Widerstand fahren, was meinst du dazu? Hast du diesbezüglich Erfahrungen? Draussen kann ich ja noch nicht fahren, sind ja erst 6 Wochen rum. Ich höre auch viel von Reha, hat dir das was gebracht? Sollte ich mich darum kümmern auch sowas zu bekommen ?
Du merkst, ich habe viele Fragen und die Ärzte haben mich leider im Stich gelassen. Wäre supertoll, wenn du mir hier ein wenig helfen könntest.
Im voraus tausen Dank,
C.
 
  1. Antwort von am 29.10.2014  
 
wo hast du deine operationen machen lassen?ich bin auf der suche nach einer guter klinik bzw.gutem arzt.
ebenfalls
 




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Stand : 19.05.2017 20:46:40
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